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Verstehen, was zum erfüllten Leben hirntechnisch unerläßlich ist!

 

Fachaufsatz zu wissenschaftlichen Sachverhalten, die bedeutsam sind für persönliche Anliegen bezüglich Stress, BurnOut, Krisenbewältigung und Potentialentfaltung. Verstehen können, weshalb unser Gehirn viel mehr ist, als ein Denkapparat und Datenspeicher, wie es lernt und wächst und wie man es richtig "benutzt". Ein nüchterner Blick in Teile neurobiologischer Fachgebiete wie Hirn- und Stressforschung  (dieser Aufsatz wird sukzessive aktualisiert und erweitert!)

 

Gott sei Dank - unser Gehirn ist eine ewige Baustelle!

>> dank natürlicher Neuroplastizität

>> die wiederum neues Fühlen, Handeln und mehr Erleben ermöglicht

>> gefördert durch physiologische u. emotionale Kohärenz mit Herzintelligenz

 

Grundsatz:

das Gehirn ist ein soziales Konstrukt, ein Netzwerker, ein Teil des Körpers. So wie sich der Körper entsprechend den an ihn gestellten Anforderungen entwickelt, so entwickelt sich das Gehirn, - und das sind neuere Erkenntnisse -, ein Leben lang entsprechend den Angeboten, den Anforderungsreizen und den gefundenen Handlungslösungen - allerdings leider jedoch nur im Umfeld bestimmter Parameter! (nicht wenige Ratgeber und Methoden zur Stress- u. BurnOut-Bewältigung u. zur Persönlichkeitsentwicklung zeichnen sich leider oft durch das Nichtbeachten gerade dieser Parameter aus).

 

Das gute an der Botschaft der Hirnforscher ist: diese Parameter und begünstigenden Umstände sind heutzutage gut erforscht und weitgehend bekannt. Der Öffentlichkeit, in Bildungs-, Therapie- oder Trainingssystemen allerdings weniger bis gar nicht. Oder es wird einfach ignoriert.

 

Erlauben Sie mir bitte bereits an dieser frühen Stelle einen kleinen Hinweis: die von mir bevorzugten Workshops zu TaKeTiNa, FFL/Q - Impuls-Entrainment und Herzintelligenz nach Doc Childre erschaffen spielerisch und schnell solche Parameter und Umstände! (Auch) deshalb ist ihre Wirkung derart stresstransformierend und wirkt auf menschliche Entfaltung so unglaublich stark.

 

Was wir Älteren in unserer Schulzeit noch über das Gehirn gelernt haben dürfen wir getrost vergessen. Obwohl es immer noch mit das unbekannteste "Wesen" in unserem Körper ist, sind die Erkenntnisse der letzten 15 Jahre revolutionär. Wir haben noch gelernt, dass innerhalb der ersten 20 Jahre das menschliche Wachstum abgeschlossen sei - und insbesondere sich das Gehirn von nun an nur noch zurückbildet. Neues Zellwachstum sei nicht möglich.

 

Und heute? Die Hirnforschung entdeckte die neue Wirklichkeit der Neuroplastizität:

Darunter versteht man die Gesamtheit der nach Abschluß der Hirnentwicklung stattfindenden Anpassungen der Stuktur und Funktion der im ZNS (Zentralnervensystem) angelegten neuronalen Verschaltungen an veränderte Anforderungen oder Nutzungsbedingungen.

 

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Das bedeutet: das menschliche Hirn entwickelt sich gemäß seinem "Gebrauch und seiner Bedienung" und gemäß den Anforderungen, die ihm abverlangt werden. Und zwar ein Leben lang!

 

Es ist also auch noch im Erwachsenenalter in hohem Maße strukturell und funktionell formbar. Allerdings muß man die Bedingungen und Umstände und Parameter kennen, die es braucht, damit das passieren kann. Und diese Dinge sind in der Tat weder schwierig zu verstehen noch schwierig im beruflichen und privaten ErLeben integrierbar. Wann man sich dafür interessiert. Denn im Kontext von Stress und BurnOut, im Kontext von persönlichem Wachstum und Potentialentfaltung, im Kontext von Unternehmenskultur und Mitarbeitertrainings und im Kontext einer immer älter werdenden Gesellschaft ist dieses Wissen und dessen richtige Anwendung elementar.

 

Prof. Dr. Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für neurobiologische Präventivforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/Heidelberg ist sozusagen der Wanderprediger für dieses neue Wissen und seine Anwendungen, hat phänomenale Sachbücher darüber geschrieben, ist unermüdlich mit spannenden Integrationsprojekten zu Gange.

 

Um unser Gehirn, seine Entwicklung, seinen Gebrauch und die fast unbegrenzten Möglichkeiten für uns Menschen besser zu verstehen erscheint ein kurzer Einblick in die Entstehungsgeschichte angebracht. Ich orientiere mich dabei an der Diktion, den Begrifflichkeiten und Beschreibungen aus verschiednen Vorträgen und Veröffentlichungen von Prof. G. Hüther.

 

Es herrscht immer noch in Unternehmen und in der Gesellschaft die Meinung vor, unser Gehirn wäre nur zum Denken da und je mehr Fakten und Wissen dort oben hineingestopft wird, je mehr Erfolg, Glück, Reichtum und Produktivität käme dann unten wieder heraus. Also je mehr ich in dieser Weise lerne, je besser werde ich. Dieses mechanistische (Wunsch)Denken und die daraus erwachsenen Lern- u. Bildungsstrukturen und der Nutzen diesbezüglicher Verfahren und Methoden sind von den Neurowissenschaften längst und hinreichend widerlegt.

 

 

Folgt man aufmerksam den Belegen der Hirnforscher, dann ergibt sich folgendes Bild:

 

1. Das Gehirn ist eine ewige Baustelle

2. Persönliche Bewertungen sind entscheidend

3. Gefühle sind wichtig

4. Erfahrungen hinterlassen Spuren

5. Das Gehirn ist ein soziales Kontrukt

6. Das Bedürfnis über sich selbst hinauszuwachsen und verbunden zu bleiben ist im Gehirn verankert!

 

 

Lassen Sie uns das etwas vertiefen und gemeinsam aus hirntechnischer Sicht die bedeutsamen Stufen menschlichen Wachstums in Frageform kurz anreissen:

 

Woran erkennt man jetzt einen seelisch gesunden Menschen?

 

"Ein gesunder Mensch hat all das noch, wa er als Kind mit auf die Welt gebracht hat: Endeckerfreuede und Gestaltungslust, Offenheit, Beziehungsfähigkeit, Vertrauen, Zuversicht, Lebensfreude und Begeisterung über sich selbst. Er ist sozusagen im Einklang mit sich, mit der Natur und mit der Welt und bewahrt sich dies bis ins hohe Alter"

 

 

Wie strukturiert sich das Gehirn?

 

"Dass das Lachen irgendwann weg und der Glanz in den Augen verschwunden ist liegt nicht am Gehirn. Wir kommen alle mit einem riesigen Überangebot an Möglichkeiten auf die Welt, die uns auf alles vorbereiten sollen, was uns widerfahren kann. Was davon gebraucht wird, bleibt stehen, was man nicht braucht, schrumpelt wieder ein.

 

Zunächst strukturiert sich das menschliche Hirn während der ganz frühen Entwicklungsphasen anhand der Signalmuster, die aus dem eigenen Körper kommen. Sobald der Körper über Nervenbahnen mit dem Hirn verbunden wird, lernt das Hirn seinen eigenen Körper nicht nur kennen, sondern auch steuern.

 

Nach den ersten Strukturierungen in den tieferen Bereichen des Hirns gehen wir hinaus in die Welt und lassen uns auf andere Menschen ein. Dann sind es die Beziehungen zu den für uns wichtigen Bezugspersonen, die das Hirn weiter strukturieren. Jedesmal, wenn wir etwas Neues gefunden haben, begeistern wir uns an dem, was es in dieser Welt zu dentdecken und zu gestalten gibt. Und jedes Mal, wenn wir uns begeistern, werden in unserem Hirn die emotionalen Zentren im limbischen System aktiviert, die emotionale Geisßkanne, von der eine Düngerlösung fürs Hirn ausgeschüttet wird, die die Bildung von neuen Vernetzungen fördert.

 

All das, was man im Zustand der Begeisterung mit seinem Hirn macht, wächst und gedeiht. Die wichtigsten Lernprozesse sind die, in denen wir eine neue Erfahrung machen, die unter die Haut geht. Was mich nichts angeht, nicht berührt und nicht emotional aktiviert, das vergesse ich auch wieder!" (was automatisch zu der Frage führt, wann Sie das letzte Mal in Ihrem Alltag oder im Beruf etwas Neues mit großer Neugierde und Begeisterung gemacht haben?)

 

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Wie bestimmen erste Erfahrungen zukünftige Entwicklungen?

 

"Die wichtigsten Erfahrungen machen wir schon ganz am Anfang unseres Lebens. Wir alle machen die Grunderfahrung, dass wir aufs Engste mit einem anderen Menschen verbunden sind. Diese Verbundenheitserfahrung wird zu einer im Hirn verankerten Erwartung, dass sich z.B. jemand freut, wenn wir nach Hause kommen. Wir alle sind mit dieser Erwartungshaltung auf die Welt gekommen, dass da draussen jemand ist, der oder die uns die Möglichkeit gibt, geborgen zu sein, dazuzugehören, uns verbunden zu fühlen.

 

Eine zweite Grunderfahrung haben wir auch alle schon vorgeburtlich gemacht: wir sind jeden Tag über uns hinausgewachsen, erst körperlich und dann auch in unseren unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Wir sind autonomer geworden. Damit haben wir eine zweite Erwartungshaltung mit auf die Welt gebracht: dass wir da draußen Aufgaben finden, an denen wir zeigen können, dass wir was können,  dass wir uns frei und autonom in dieser Welt zurecht finden.

 

Auch als kleine Kinder noch konnten wir schon mal etwas aktiv gestalten und wir waren eingebunden in einen größeren Zusammenhang, in eine Familie oder in eine größere Gemeinschaft und wir erwarten dementsprechend, dass beides gleichzeitig geht, frei zu sein und verbunden! Diese Grunderfahrungen können sehr leicht enttäuscht werden - beides zugleich ist extrem schwer in unserer heutigen Zeit."

 

 

Was passiert im Hirn, wenn wir enttäuscht, verletzt oder gekränkt werden?

 

"Wenn diese Grunderwartungen, dass man in dieser Welt frei sein und seine Potentiale entfalten  kann und gleichzeitig Verbundenheit fühlen und dazugehören darf, enttäuscht werden, dann tut das weh. Und genauso tut es weh, wenn man in einer Welt (Unternehmen) leben muss, in der man nicht versteht, was hier los ist; in der man nicht das Gefühl hat, dass man zu irgendetwas beitragen kann; und in der man auch kaum noch weiß, wozu das überhaut alles gut sein soll, was man hier erlebt.

 

Wenn die Erwartungen, die man als kleines Kind mit auf die Welt bringt und die man auch nie wieder verlieren kann, plötzlich auf eine Wirklichkeit stossen, die nicht so ist, wie sie eigentlich sein sollte, dann kommt es im Hirn zu einem Zustand von Irritation und Verunsicherung. Dann kommt alles durcheinander und die Übererregung, die im Frontalhirn und in den oberen Berichen des Hirns einsetzt, führt dazu, dass wir keinen klaren Gedanken mehr fassen können, weil wir die Netzwerke in diesen höheren Bereichen, die unser Denken und Fühlen und Handeln steuern, überhaupt nicht mehr aktivieren  können.

 

Dann kommen wir ganz schnell in einen bedrohlichen Zustand, in dem diese Erregung auch die tieferen Bereiche, die doch eigentlich zuständig sind für die Regulation unserer Körperfunktionen, erreicht und das ganz vegetative System durcheinander kommt. Dann bekommen wir Angst und vegetative Symptome. Die Haare stehen uns zu Berge, Schweissausbrüche, das Herz rast, wir haben dieses furchtbare Gefühl im Bauch, die Knie werden weich, die Atmung wird eng - und wenn wir Pech haben, müssen wir auch noch schnell aufs Klo. Also Stress pur!"

 

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Wo bleiben dann Selbstheilungskräfte und Notlösungen?

 

"Wenn durch diese Enttäuschungen der Hirnstamm durcheinander kommt und nicht mehr das bewirken kann, was er eigentlich tun sollte, dann brechen unsere Selbstheilungskräfte zusammen. Es gibt natürlich Grippevieren und Bakterien, aber erst, wenn unsere Abwehrkräfte zusammengebrochen sind werden wir anfällig für all die äußeren Störungen. Wenn die oberen Bereiche nicht mehr funktionieren, kommt es im Hirn zu robusteren, einfacheren Lösungen, die man schon früher verwendet hat. Und wenn die Kindheitsmuster wie Brüllen und Türenschlagen nicht greifen und die Angst immer größer wird, dann setzt der Hirnstamm ein mit seinen archaischen Notfallprogrammen Angriff, Flucht und Erstarrung, die in auswegsloser Lage der Reihe nach aktiviert werden. Das ist schwierig, macht keinen Spaß und ist nicht lange auszuhalten. Studien zeigen, dass Tiere, die über längere Zeit solchen unkontrollierbaren Belastungssituationen ausgesetzt werden, einfach sterben.

 

Wir Menschen haben dann immer noch irgendwelche Notlösungen parat. Wir können dann z.B. abspalten, uns in fremde Welten hinein träumen und uns vorstellen, dass das gar nicht wir sind, die da im Augenblick so leiden. Wir können, wenn es gar nicht mehr anders geht, uns auch einfach unterwerfen. Wenn man lange genug abgewertet worden ist und das jedes Mal wieder so weh tut, können wir schon als Kinder uns einfach sagen, dass wir wirklich zu blöd sind, nicht schön genug, nicht nett genug sind und deswegen nicht dazu gehören. Und wenn man dann wieder jemandem begegnet, der einem das bestätigt, dann sagt das Hirn: "ha, das wusste ich doch, das hatte ich doch schon vorhergesagt".  Dann stimmen Erwartungshaltung und Realität wieder voll überein, im Hirn wird die Giesskanne der Begeisterung aktiviert und alles, was man sich eingeredet hat, wird noch tiefer ins Hirn eingebrannt". (Das ist ein fruchtbarer Boden für chronischen Stress, BurnOut, Depression, Mobbing, Resignation, Ängste, Panik, Wut, Herzprobleme, Selbstwerteinbrüche, Aggression usw., auch ein guter Weg hin zu körperlichen Krankheiten .... )

 

 

Und die Konsequenzen?

 

"Bei denen, die keine Möglichkeit sehen, ihre Bedürfnisse nach Verbundenheit und autonomer Entwicklung gleichzeitig zu stillen, werden im Hirn die gleichen Netzwerke aktiviert wie bei körperlichen Schmerzen. Deshalb sagen wir ja auch: "das tut so weh", wenn wir ausgeschlossen werden, nicht gemocht werden, nicht dazugehören. Menschen, die noch Kraft haben, reagieren auf so etwas, als wären sie verprügelt worden: sie schlagen zurück. Doch für viele ist die einzige Lösung aufzuhören, etwas gestalten zu wollen.

 

Wenn Menschen die notwendige Verbundenheit und die Chance, ihre Potentiale zu entfalten, nicht finden, dann leiden sie und nehmen sich das, was sie kriegen können: Einkaufen, Fernsehgucken, Alkohol, Drogen, Weltreisen, dicke Autos, Häuser etc.  Doch von der Ersatzbefriedigung wird niemand satt, sodass sich im Frontalhirn die Einstellung bildet: "ich bin zu kurz gekommen - wo gibt es noch was zu holen, wo kann ich noch ein Schnäppcheen machen, wo gibt es noch ein Sonderangebot, wen kann ich noch austrixen ...". Das alles ist nicht gesund für den Einzelnen (und für die Gesellschaft) und eine große Störung der Kohärenz innerhalb unseres sozialen Beziehungssystems".

 

 

Können wir gegensteuern?

 

"Nicht alle Menschen stürzen angesichts des gleichen Elends gleichermaßen schnell ab. Manche haben mehr Halt. Die finden auch noch in schwierigen Situationen Mut und Zuversicht und können unter Umständen auch in Situationen, wo alle anderen schon aufgeben, noch aufrecht stehen und nach einem Ausweg suchen. Woher ziehen diese Menschen diese Resilienz genannte Kraft, die dazu führt, dass man trotz widrigster Umstände gesund bleibt? Die Antwort der Neurobiologen ist wieder ganz einfach: denen ist es immer wieder mal gelungen, Freunde zu finden, mit denen es glückt zu zeigen, dass sie etwas können, etwas zu verstehen, was auf den ersten Blick völlig unverständlich schien, innerhalb dieses ganzen Gewirrs von auf uns einwirkenden Faktoren  Gestaltungskraft zu behalten und trotz der ganzen Sinnlosigkeit unserer gegenwärtigen Welt etwas zu finden, was Sinn macht und einem zeigt, dass man nicht umsonst auf dieser Welt umherirrt."

 

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Wie lassen sich solche Enttäuschungen und Verletzungen vermeiden?

 

"Wir brauchen keine anderen Gehirne! Sondern die Chance, unterstützende Beziehungen aufzubauen. Dazu brauchen wir eine andere Art des Umganges miteinander, eine Beziehungskultur, in der wir gleichzeitig frei und verbunden sein können, in der jeder den Raum hat, seine Potentiale zu entwickeln und seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Eine Beziehungskultur, in welcher wir mit anderen gemeinsam etwas gestalten, uns um andere kümmern können, im gemeinsamen Tun verbunden sind (share attention).

 

Wir haben uns jedoch eine Welt gebaut, in der es uns immer schwerer fällt, uns selbst und anderen derart befriedigend zu begegnen. Das Ergebnis davon ist, dass man hirntechnisch sein Frontalhirn nicht entwickelt, wo die etwas komplexeren Leistungen gesteuert werden, die notwendig sind, um einen Impuls zu kontrollieren, sich in andere Menschen hinein verstzen oder Handlungen planen und die Folgen von Handlungen abschätzen zu können (Sozialkompetenz). Diese sogenannten "exekutiven Frontalhirnfunktionen" kann man nicht in der Schule unterrichten. Um diese Funktionen zu entwickeln, bräuchte man Gelegeneheiten, in denen man den Nutzen von Disziplin erfährt und den Vorteil erkennt, nicht gleich jedem Impuls gleich nachgehen zu müssen und erkennt, dass es toll ist, wenn man denkt und plant, bevor man eine Handlung ausführt - und das geht nur dann, wenn man gemeinsam mit anderen etwas machen kann.

 

Enttäuschende Erfahrungen dagegen verdichten sich zu Einstellungen wie "es geht sowieso nicht" oder "die anderen müssen anfangen". Um diese Haltungen ändern zu können müssten die Menschen eingeladen, ermutigt und vielleicht sogar inspiriert werden, eine neue Erfahrung machen zu wollen - eine neue Erfahrung mit sich selbst, eine neue Eerfahrung in der Beziehung zu anderen Menschen, eine neue Erfahrung mit der Fähigkeit, sich in dieser Werlt zurcecht zu finden und das, was dort passier, zu verstehen, gastalten zu können und sinnhaft erleben zu dürfen (Salutogenese). Doch das ist sehr schwer und noch schwerer bei denen, die schon krank geworden sind an den vielen Kränkungen, Enttäuschungen und Verletzungen, die sie in Beziehungen erleben mussten und die dann Störungen entwickelt haben".

 

 

Ginge es auch anders, Herr Prof. Hüther?

 

"Aber ja! Im Augenblick sagt uns die WHO eine dramatische Zunahme von angstbedingten Störungsbildern voraus. Doch das muß nicht eintreffen. Unser Gehirn ist veränderbar, zeitlebens. Aber nicht dadurch, dass man sich selbst anstrengt und andere zwingt, sich auf irgendeine Art und Weise zu verhalten, sich für bestimmtes Verhalten belohnt und für anderes Verhalten bestraft, sonder dadurch, dass man die Giesskann der Begeisterung aktiviert, sich selbst und andere wertschätzt.

 

Die Grundlage dafür, ob das geht ist banal: ich kann jemand nur einladen, wenn ich ihn mag! Als Dienstleister, als Konkurrent oder als einer, der dem anderen gleichgültig gegenübersitzt, kann man keinen Menschen einladen. Das heißt, wir müssten eine Kultur entwickeln, in der wir in der Lage sind, andere Menschen zumögen. Das geht dann, wenn wir den anderen genauer und aufmerksamer anschauen - dann können wir erkennen, dass auch der die gleichen Bedürfnisse aus den genannten Grunderfahrungen hat wie ich selbst. Auch der möchte sein Leben gestalten und frei sein, will dazugehören und erfahren, dass sein Leben in irgendeiner Art und Weise Sinn macht.

 

Wir brauchen also weder ein neues Gehirn noch ein neues genetisches Programm. Wir brauchen auch keinen, der uns unsere Prgoramme oder unsere Hirne repariert, sondern wir brauchen die Bereitschaft, anders miteinander umzugehen - liebevoll, gemeinschaftlicher. Statt uns auf Kosten anderer zu stärken müssten wir dazu beitragen, dass wir und die anderen Menschen nicht das verlieren, was wir alle an großartigen Schätzen mit auf die Welt gebracht haben. Diese Entdeckerfreude, diese Gestaltungslust, diese Offenheit, diese Beziehungsfähigkeit und diese wunderbare Zuversicht. Und nicht zuletzt diese unglaubliche Lebensfreude und Begeisterung, mit der man sich als kleines Kind schon auf den Weg gemacht hat.

 

Wir rennen in dieser äußeren Welt umher und hoffen, dass von außen die Rettung kommt, weil wir noch gar nicht wirklich bewusst bei uns selbst angekommen sind.

 

Aber all das ist noch da, es ist nicht weg. Es ist in unserem Hirn, wir können das wieder finden, wir müssen es nur noch ausgraben. Uns wieder selbst entdecken und gemeinsam entdecken, was es in dieser Welt zu entdecken und zu gestalten gibt. Dann wären wir wieder zuhause in dieser Welt! (soweit Prof. Hüther an dieser Stelle).

 

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Neurobiologen und Hirnforscher legen uns also nahe, immer wieder Umstände zu schaffen, die unserem Hirn mit Hilfe seiner Neuroplastizität Wachstum ermöglicht, damit wir zu neue Alternativen unseres Fühlens, Denkens,  Handelns und damit auch zu neuen, positiveren Problemlösungen finden können,  gerade in Stress- oder anderen Konfliktsituationen. Dass dies so einfach kognitiv nicht unbedingt gelingen kann, ist heute klar - also brauchts auch andere Verfahren und Methoden oder Therapien als die meisten tradierten.

 

Der beim Menschen wichtigste und für die Nutzung der im Gehirn angelegten neuronalen Netzwerke und Nervenzellverschaltungen am nachhaltig wirksamste Einfluß  kann man am besten mit dem Begriff der "Erfahrung" umschreiben. Die wichtigsten Erfahrungen, die ein Mensch im Laufe seine Lebens machen kann, sind psychosozialer Natur. Hüther in seinem Buch: "Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn": "Es hat lange gedauert, bis mir endlich klar wurde und bis ich verstanden hatte, dass das, was uns bei all unseren Entscheidungen leitet, nicht unser Geist oder unser Bewusstsein ist, auch nicht all unser auswändig gelerntes oder von fragwürdigen Quellen übernommenes Wissen sind, sondern die Erfahrungen, die wir während unseres bisherigen Entwicklung gesammelt haben. In gewisser Weise sind diese individuell gemachten Erfahrungen also der wichtigste und wertvollste Schatz, den ein Mensch besitzt!

 

Bezüglich Stress ist erst seit kurzem klar, dass das Gehirn nicht nur Ausgangspunkt, sondern auch Zielorgan der Streßreaktion ist. Jede Reaktion auf einen psychischen Stressor beginnt mit einer unspezifischen Aktivierung kortikaler und limbischer Hirnstrukturen, die zur Stimulation des zentralen und peripheren noradrenergen Systems führt. Und jede Streßsituation überflutet uns mit Stresshormonen, so schädlich für unseren Körper wie Flüsse voll ätzender Säure. Die wiederholte Konfrontation mit verschiedenen unkontrollierbaren Stressoren führt zu einem Zustand von "learned helplessness" (und dient als Tiermodell für stressinduzierte Erkrankungen). Weshalb sollte chronischer Stress für uns Menschen in dieser angstbesetzten Hochdruckzeit, im Hamsterrad anders wirken? Je mehr Stress wir haben, je problematischer ist das für unser kardiovasculäres System, unser Immunsystem und es behindert eine gute Funktionstüchtigkeit unseres Gehirns. Chronischer Stress läßt uns vor der Zeit altern - er kann sogar töten.

 

Mit modernen und gehirngerechten Methoden seinen Stress - im Betrieb oder zuhause - nachhaltig zu transformieren, ist also keine Modeerscheinung, es ist lebenswichtig. Dafür sind u.a. Herzkohärenz, TaKeTiNa - Workshops und FFL/Q - Prinzipien die wirksamsten und einfachsten Torwege, sie machen autark und frei.

 

Aber nicht nur der Blick aufs menschliche Hirn und seine Funktionsweisen in Konfliktsituationen ist spannend. Auch wissenschaftlich belegte Zusammenhänge zwischen Gehirn und heilsamer Bewegung (Ausdauertraining, nicht Sport!) im Kontext von Depression, emotionalen Verstimmungen, Stress und BurnOut - BoreOut, Süchten und vielen weiteren psychologischen Erkrankungen wie Panik- und Angsststörungen sind essentiell. Bedeutsam sind auch die (uralten) Erkenntnisse zur sogenannten "Haptik", das Lernen mit und in Bewegung. Es ist eine Verschwendung menschlicher Wachstumsressourcen, Schüler / Studenten im 45-Minuten-Takt im Sitzen mit Fakten und Wissen zu überschütten. 

 

Ruft man sich in Erinnerung, dass Leben Bewegung war und ist, in jeder Hinsicht, erscheint solches Lehr- und Lernverhalten im Bildungswesen, im Beruf und im privaten Alltag als mittelalterliches Relikt. Wenn Bewegung endet, endet Leben, das ist der Tod. Menschen sind von Anbeginn sozusagen Bewegungstiere. Gerade bei Adipositas (Fettleibigkeit), metabolischen Erkrankungen (Stoffwechselerkrankungen), bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Krankheiten wie Diabetes und hohem LDL-Cholesterin und Ernährungsproblemen ist Ausdauerbewegung deutlich mehr als die halbe Miete zur Gesundheit. Wissenschaftlich klar belegbar. Desweiteren sind auch Therapien bei Erkrankungen des Bewegungsapparates - insbesondere Rücken und Wirbelsäule - ohne angemessenes Bewegungstraining (weniger im Gym, besser in freier Natur oder mit Terabändern) weder besonders effektiv noch nachhaltig. Körperliche Beweglichkeit wirkt auch ansteckend auf die Gehirnbeweglichkeit.

 

Wie oben angeführt ist tägliches Ausdauertraining (Bewegung, nicht Sport), am besten zu Fuß in freier Natur elementar und heilsam bei vielen emotionalen / psychischen / seelischen und physischen Symptomen.  Ausdauertraining hat - das ist in genügend kontrollierten Studien bewiesen - eine ausgleichende Wirkung auf den Gehirnstoffwechsel. Die positiven Effekte stellen sich bereits nach 15 bis 20 Minuten ein, empfehlenswert scheint generell bei einer täglichen halben Stunde zu liegen.

 

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Dazu ein paar fachübergreifend bedeutsame Aussagen von Sportmedizinern usw.:

 

>> Ausdauerlauf o.ä. sorgt für eine höhere Verfügbarkeit der Gehirnbotenstoffe Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Ein Mangel an diesen Substanzen ist beteiligt an Depressionen, Angst und Panikstörungen

 

>> Ausdauerlauf o.ä. reduziert Stress, die Konzentration der Stresshormone wie z.B. Cortisol wird deutlich verringert, die Nebenniere wird stressresistenter

 

>> Ausdauerlauf o.ä. unterstützt massiv bei Schlafstörungen, fördert den gesunden, erholsamen Schlaf und hat positiven Einfluß auf unsere "Innere Uhr"

 

>> Ausdauerlauf o.ä. stärkt das Selbstbewusstsein, die emotionale Stabilität, den Optimismus, den Antrieb, die soziale Offenheit und die Fähigkeit zur Regeneration. Man fühlt sich wieder wohler im eigenen Körper

 

>> Ausdauerlauf o.ä.  pumpt Sauerstoff ins Gehirn (ca. 100% mehr), was den Geist beflügelt. Durch etwa doppelte Sauerstoffversorgung des Gehirns wird auch die Bildung neuer Blutgefäße unterstützt, das Wachstum des neuronalen Netzes, die Hirnleistung verbessert sich, Gedächtnisleistung und Kreativität werden gesteigert

 

>> Ausdauerlauf o.ä. baut Stresshormone ab, ist also auch ein aktiver Schutz vor Schäden am Gefäßsystem

 

>> Das Hormon ACTH wird vermehrt gebildet, eine wichtige Substanz zum Abbau der Fettablagerungen in der Gehirnzellen. ACTH wird auch als "Kreativitätshormon" bezeichnet

 

>> Ausdauerlauf o.ä. stärkt das Immunsystem. Die Aktivität nantürlicher Killer- u. Fresszellen, die Bakterien, Viren und Krebszellen angreifen, steigt auf etwa das Fünffache. Die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten nimmt deutlich ab

 

>> Ausdauerlauf o.ä. nährt Knorpel, Knochen, Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln und Muskeln

 

>> Ausdauerlauf o.ä.stärkt das Herz und hält es jung. Laufen vermindert die Gefahr eines Infarktes durch bessere Versorgung des Organs mit Sauerstoff. Erhöhung des Elastizität der Blutgefäße und Verbesserung der Flieseigenschaften des Blutes. Das Herz arbeitet ökonomischer trotz steigernder Blutmenge pro Herzschlag

 

>> Ausdauerlauf o.ä. vergrößert und stärkt die Atemmuskulatur. Es bilden sich mehr Alveolen (Lungenbläschen). Die Blutgefäße der Lunge werden elastischer und erweitert. Das Lungenvolumen und damit die Leistunsfähigkeit steigen deutlich an

 

>> Ausdauerlauf o.ä. fördert die Fettverbrennung, überflüssige Pölsterchen werden kleiner (optimal ist ein Laufbeginn mit leichtem Hungergefühl). Wer läuft steigert seinen Appetit auf natürliche Kost und verliert den Geschmack an fetten und zu süßen Nahrungsmitteln. Der Stoffwechsel wird angeregt. Verdauungsprobleme werden minimert. Die durch das laufen verursachte Ausschüttung von Cholecystokinin sorgt außerdem für weniger Hunger

 

>> Laufen wirkt effektiv gegen Osteoporose durch Stärkung der Knochen

 

>> Laufen wirkt effektiv gegen Diabetes durch Stabiliserung des Blutzuckerspiegels

 

>> Laufen wirkt effektiv gegen Hyper- und Hypotonie (Blutdruck) und Arteriosklerose durch Erhöhung der Elastizität der Gefäße und Verbesserung der Blutqualität

 

>> Laufen beugt der Entstehung von Gicht vor durch Senkung des Harnsäurespiegels im Blut

 

>> Laufen senkt den Cholesterinspiegel wie keine andere Therapie

 

 

Das könnte durchaus - neben eine enormen Erhöhung der Kreativität - auch aus gesundheitlicher Sicht eine klare Ermunterung sein für meinen "Nature - Talk - Walk".

 

 

Fortsetzung folgt!

 

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Workshops

FFL/Q® - Impulsritual

"Synchronize Your

Heart-Brain - Life"  

am 24. Februar 2018 

Entrainment-Intensiv

mit Manfred Gass im Seminarhaus "Am Waldpark" in D-88175 Scheidegg

mehr Infos zum Kurs

 

Ta Ke Ti Na® - Intensiv Wochenende vom

21.-22. April 2018: 

"Das Leben mit Rhythmus feiern"

mit Klaudia Verne, Linz/Austria (Advanced Taketina-Pädagogin) und Manfred Gass, BRD, Taketina Rhythmustherapeut im Seminarhaus "Am Waldpark" in D - 88175 Scheidegg

 

FFL/Q® - Impulsritual

"Synchronize Your

Heart-Brain - Life"  

am 2. Juni 2018 

Entrainment-Intensiv 

mit Manfred Gass im Seminarhaus "Am Waldpark" in D-88175 Scheidegg

mehr Infos zum Kurs

 

Ta Ke Ti Na® - Intensiv Wochenende vom

7.-8. Juli 2018

"Das Leben mit Rhythmus feiern"

mit Klaudia Verne, Linz/Austria (Advanced Taketina-Pädagogin) und Manfred Gass, BRD, Taketina Rhythmustherapeut im Seminarhaus "Am Waldpark" in D - 88175 Scheidegg

 

Ta Ke Ti Na® - Intensiv Wochenende vom

20.-21. Okt. 2018

"Das Leben mit Rhythmus feiern"

mit Klaudia Verne, Linz/Austria (Advanced Taketina-Pädagogin) und Manfred Gass, BRD, Taketina Rhythmustherapeut im Seminarhaus "Am Waldpark" in D - 88175 Scheidegg

 

FFL/Q® - Impulsritual

"Synchronize Your

Heart-Brain - Life"

am 17. Nov. 2018 

Entrainment-Intensiv 

mit Manfred Gass im Seminarhaus "Am Waldpark" in D-88175 Scheidegg

mehr Infos zum Kurs

 

 

Weitere Selbsterfahrungskurse

im Wohlfühlseminarhaus

"Am Waldpark"  in

D - 88175 Scheidegg

auf Anfrage!

(Generell werden meine Workshops von psychosomatischen Kliniken u. privaten Veranstaltern organisiert)

Kontakt / Fragen / Buchung

Einfach anrufen  +49 8387- 9239710 oder via  Kontaktformular, danke!

 

Impressum

Manfred Gass

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